At liberty with Liam

Manchmal fühle ich mich mit dem Pony ruderlos (und habe das dann auch entsprechend manchmal verschriftlicht 🙂 ), und manchmal habe ich das Gefühl, ich brauche überhaupt keine Anleitung: es läuft schön, es hat eine eigene Dynamik und wir tasten uns irgendwie voran 🙂

Im Moment ist so eine Zeit. Ich habe ja im Winter versucht, ein neues Signal einzuführen, dass die leidige Gerte ersetzen soll. Versuch und Irrtum haben gezeigt, dass die Hilfe sehr brauchbar ist, und Liam und ich so an dem Sirenengesang des leidigen Grasstreifens ohne Ziehen vorbeikommen. Meistens! 😀

Ich habe einfach gestern beim Ausritt/Spaziergang festgestellt, dass ich die Hilfe viel gebe, und Liam sehr genau weiß, was sie heißt, und meistens schön darauf anspringt 🙂 es ist tatsächlich viel pferdefreundlicher und effektiver als eine halbherzig benutzte Gerte, und eine vollherzig benutzte Gerte ist sowieso seltenst das richtige Mittel der Wahl…

Das Signal hat auch viele Vorteile im täglichen Leben (um mal auf den Titel zurückzukommen 🙂 ) Mit dem Signal kann ich Liam jetzt noch mehr frei ‚longieren‘ – ohne Longe ging ja schon länger, aber ohne Pitsche eher schlecht – Pferdi läuft halt nicht 😉 aber so habe ich eine Hand, der er mit dem Kopf folgt, und die andere Hand kann z.B. die Hinterhand  übertreten lassen. Oder so 😀 Wir sind weit entfernt dann, Profis zu sein, aber es gefällt mir im Moment einfach so gut, ohne Plan zu gucken, was funzt.

Ich lerne auch viel über Liam – nach jedem Click+Leckerli dreht er sich demonstrativ erst mal weg, und überlegt (oder so?), bis er wieder zu mir kommt um eine neue Sache zu machen. Wenn ich ihn normal am Halfter hätte, mache ich zwar schon konsequent Pausen, aber ich wäre nicht wirklich auf die Idee gekommen, dass Liam ganz dringend die Pause OHNE mich braucht.

Charakterlich ist er so anhänglich wie selten zuvor 😉 : kaum schnappig, legt den Kopf auch mal kurz in meine Hände… eigentlich ist das ja eher traditionell bei Liam ein Zeichen, dass Liam krank ist (äh, wie z.B: hier!)

Allerdings ist Liam lustig!

Gestern, beim Liberty-Turnen: Liam galoppiert in seinem Schaukelstuhl-Buckelgalopp um mich herum (ausbaufähig, ich weiß 🙂 ); ob er die räumliche Orientierung hatte, den Springblock zu sehen, hoffe ich sehr, allerdings ich war überrascht, plötzlich vor einem Hindernis zu sein. Wir beide machen eine kleine Vollbremsung, Liam steigt ein bisschen. Ich fand das lustig und musste lachen, will das aber auch nicht fördern – er soll erst mal normal galoppieren können, bevor ich ihn in irgendeiner Hinsicht ermuntere, noch mehr zu hopsen als zu laufen 🙂

Auch heute im Paddock hat Liam diverse Buckel- und Levadenmaneuver gebracht, ganz ohne mein Imput 🙂 äh, gottseidank ziehen wir bald um, und hoffentlich verstehen sich die Wallache blendend und können dann untereinander Hengstchenspiele spielen!

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Und natürlich zum Schluss 🙂 : Ich will nicht sagen, dass Korrektur und Fachwissen nicht wichtig sind 🙂 sie sind sehr wichtig, werden wir bald wieder in Anspruch nehmen können, und ich freue mich drauf 🙂

 

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