Zero Tolerance Policy

Ich habe gerne Ponies, die lieb sind, so lieb, dass es nicht schlimm ist, dass sie nicht perfekt erzogen sind… so wie Liam. Liam war in seinem Leben schon oft heftig und unter der Gürtellinie, aber nur weil er Panik hatte, oder weil er etwas partout nicht wollte. Es würde ihm im Traum nicht einfallen, generell aggressiv gegen einen Menschen zu sein.

Klar gibt es auch solche Ponies, aber die brauchen dann Besitzer, die Lust haben, laufend dem etwas entgegenzustemmen.

Momo ist ja doch kein Kinderpony, und nicht nur wegen des Gurtzwangs. Hier sind so die 3 Momente grundloser Aggression:

  • Meiner Nichte, die ihn respektvoll gefragt hat, ob sie ihn streicheln darf, hat er einfach drohend die HInterhand hingestreckt und die Ohren angelegt. Danach bisschen Rückwärtsrichten und Hinterhand Verschieben gemacht, dachte es ist okay.
  • beim Inhalieren mit Liam hat Momo einmal völlig grundlos gedroht. Ich wusste nicht, ob das gegen mich oder Liam war, fand das auch bescheuert, weil er ja bei uns stehen wollte, und hab ihn weggeschickt.
  • heute. Habe eine Stelle am Bauch Nähe Schlauch entdeckt, die total viele Haare verloren hat, und bin mit der Bürste drüber, um zu sehen, ob es Pilz ist. Momo droht, ich nehme die Hand weg, weil ich finde, dass erst mal er ja sagen darf, dass er es unangenehm findet. Und NACHDEM ICH GAR NICHT MEHR DRAN WAR beißt er mir ins Ohr. Also mach ich ihm Beine 😦 , und nach mehreren Runden von strammen Trab kann man ihn überall anfassen und schrubben 😦

Das ist einfach nicht die Sorte Pferd, die ich haben will. Ich will 2-3 x die Woche reiten oder Gassigehen, Tricks machen, und ansonsten im Stall werkeln. Momo braucht wesentlich mehr Bespaßung und wesentlich mehr Strenge. Und ich wollte eigentlich ein KINDERpony. Momo ist ein Terrier, und ich wollte einen Labrador…

Wir werden sehen. Wenn er in einem Monat noch immer so ist, dann schaue ich vielleicht nach einem neuen Platz 😦 . Das ist furchtbar zu sagen, aber die Pferdehaltung ist schon masochistisch genug (=nie genug Geld oder Zeit, immer geht etwas kaputt oder wird jemand krank), dann sollte ich das Pferd wenigstens leiden können…. 😦

 

3 Gedanken zu „Zero Tolerance Policy

  1. Das ist sicher eine schwierige Geschichte… Ich bin ja immer eher dafür, vieles zu probieren, damit es funktioniert. Aber ich kann auch total nachvollziehen, dass du für Momos „Ausreißer“ neben der Stallleitung und kränkelnden Ponys keinen Nerv mehr hast.
    Ich kann mir vorstellen, dass Momo es jetzt nach dem härteren Parelli-Regiment gut findet und ausnutzt, auch mal selber Nein sagen zu dürfen (immerhin hat er vielleicht keine andere Sprache vorher gelernt). Das wird wahrscheinlich nach noch mehr Zeit besser werden. Aber bis dahin – musst du für dich entscheiden, ob du damit klarkommst.
    Ich denke, es wäre keine Schande zu sagen, dass du so nicht weitermachen magst, und ihn dann in andere Hände zu geben.
    Fraglich bleibt, ob man wirklich ein anderes Pony finden würde, bei dem alles passt. Irgendwas ist doch immer, oder? Und wenn es nur das ist, dass du keinen rechten Draht aufbauen kannst.
    Also: über deine eigenen Grenzen und Wünsche nachdenken.
    Lahmer, offensichtlicher Rat – aber vielleicht hilft es 😉
    LG, Denise

    • Liebe Denise, oh doch, das ist ein sehr guter Rat, danke! 🙂 es hilft manchmal auch einfach, eine Meinung von außen zu hören 🙂 Tatsächlich habe ich drüber geschlafen, und sehe die Sache differenzierter. Er funktioniert einfach anders als Liam, und da hilft es auch nicht, ihn mit ihm zu vergleichen;

      vielleicht hat es wirklich den Hintergrund, dass er nie nein sagen durfte, oder er ist einfach vom Charakter her so, dass er ganz schwarz-weiß denkt – die nächste Zeit wird mit Momo wesentlich konsequenter und direktiver umgegangen werden und er darf erst mal nicht nein sagen, und wenn meine Nichte kommt, wird er angebunden und extrem beaufsichtigt. Vielleicht kann er mit der Zeit ja doch noch lernen, etwas miteinander zu machen, statt dass ich immer sagen muss, wie genau der Hase zu laufen hat…

      Liam geht ja sowieso in der Rolle als Kinderpony auf (wichtig tun, Leckerlis kriegen und fast nichts tragen müssen 🙂 ) und da ist es nicht soo tragisch, wenn Momo das gar nicht abkann..

      Und mit dem Buckeln habe ich ja konkrete Sachen, die wir probieren werden….

      Mal abgesehen, dass es laaange dauern würde, ein geeignetes Zuhause für ihn zu finden… 😉

      aber danke, wirklich… 🙂 Diese Geschichte war wirklich etwas, wo ich es ihm persönlich übel genommen habe, was man ja wirklich nie mit Pferden tun sollte.. GLG 🙂

  2. Pingback: Entwarnung :) | Hunnenpony

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