Fluffiger Rehfellschoner

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Liam liebt die Waldseen (Momo toleriert sie ;) )

Wir sind heute zu den Waldseen gelaufen 🙂 in erster Linie LEIDER, um den Schorf von Momos Fessel weichzumachen, aber Liam hatte mal wieder den größten Spaß.

Ich, ohne Schuhe, war im Wasser natürlich viel weniger dynamisch als Liam, der mit seinen Hufen sein Umfeld im Griff hatte, aber er war so happy 🙂 und dabei dachte ich immer, dass er nasse Füße hasst? Seit wann der Meinungsumschwung.. 😉

Momo war viel weniger abenteuerlustig, ins tiefe Wasser wollte er gar nicht, und hat eigentlich nur gestanden und geguckt… aber danach konnte man alles klasse abpiddeln und dann Salbe drauf und hoffentlich kommt die Kruste nicht wieder…

Nachher mussten die Pferde dann ja auch trocken werden.. 🙂

 

Fungus, Sonnenbrand, Ausritt

Mein kleiner Momo hat einen Hautpilz, und Sonnenbrand in der Fesselbeuge aufgrund von wilder Pastinake (health hazard warning: Pastinake erhöht die Sonnenempfindlichkeit!!!), aber beides wird behandelt und ist hoffentlich etwas, dass eher Kinderkrankheiten sind und nicht gewohnheitsmäßig ein Problem, aber ja….

in the meantime:

Won’t be making this rookie mistake again

Ich habe in den ersten Wochen von unserem neuen Stall einen Haufen schönes loses Heu ‚gegen Mithilfe bei der Ernte‘ geschenkt bekommen. Zu dem Zeitpunkt war ich völlig unvorbereitet, hatte nicht wirklich Platz oder genug Paletten für noch mehr Heu. Egal, geliefert, reingeschaufelt.

Von vorne-unten schlecht geworden. Ich musste jetze eine ganze Menge wegschmeißen, und es war echt schade, und eine Menge Arbeit. Naja…

Das noch gute Heu ist jetzt richtig gelagert!!!

mein Heu auf dem Mist 😦

 

News in Sachen Grastraining und Gedanken um die Fütterung…

Also, seit etwa 2 Wochen probiere ich eine Methode, die eher pressure-release orientiert ist, um Liams Grasen besser zu kontrollieren. Da wir nur 2-3 mal pro Woche im Gelände sind, war das Experiment auch überschaubar, und in einem Fall wie Liam muss man die Methode modifizieren und sehr vorsichtig anwenden.

Wenn Liam satt ist, klappt das super und ‚gewaltfrei‘ – also er hat gelernt, den Kopf auf Signal hochzumachen, und ich muss nicht wedeln oder antippen, weil er gelernt hat, dass ich konsequent bin. ABER: Wenn Liam nicht satt ist, klappt das nicht. Ich weiß, er hat das Prinzip verstanden, aber er sagt, okay, dann hau mich halt, ich esse. 😦

Ich fühle mich ziemlich schlecht, habe aber auch so meine Schlüsse aus der Sache gezogen:

dieses Bild kaschiert seine Probleme elegant, weswegen ich es auch ausgewählt habe ❤

  • Liam ist weiterhin dick, er braucht die Diät wirklich (und so erfolgreich ist diese Diät auch nicht…). Aber wir brauchen auch eine Fütterungsmaschine, die ihn vllt weniger hungern lässt. Das hier klappt schon mal nicht, da habe ich lange dran gefummelt und mag jetzt nicht mehr: das Heu ist so schwer, dass es den Türschnapper verklemmt, und auch wenn, kommt das mit einem dermaßen Knall nach unten, und dann hält der Bügel auch nicht 100% stabil. Vllt ein Rolladenmotor?
  • alle halbe Stunde 10 Minuten grasen lassen finde ich eine super Idee. Er entwickelt den Appetit ja auch unterwegs, und ich muss es einfach human gestalten!

Mittlerweile bin ich aber auch überzeugt: Liam ist ein Härtefall…. mein lieber, schöner, dicker Liam….<3

Unsere Grünschnittwiese 🙂

meine Grünschnittler 🙂

Bitte lass es eine Warze sein. Für jetzt behalte ich sie einfach im Auge…

Trotzdem haben beide eine gute Lebensqualität, mit Bewegung, Gesellschaft, raufaserreichen hochqualitativen Futter (aktuell: toller Grünschnitt mit viel wilder Möhre und Pastinake 😀 ), sehr umsorgt. ich krieg zwar ab und an die Krise, weil Liam immer noch dick ist (aber ich kriege schon mal ohne Probleme den Bauchgurt zu. Das war ja auch nicht immer so! Sei nicht so ungeduldig Helen!) oder weil Momos Haut ewig am irgendwas-neues-doofes-machen ist… Liams Hungergefühl werde ich auch noch besiegen 🙂

Ja und nein: Grastraining

Vorneweg: ich RINGE grade mit mir, und was ich mir für meine Pferde wünsche, und was ich pferdegerecht finde. 

Wer in meinem Blog etwas herumgelesen hat, weiß, wie sehr Liam und ich Probleme haben, ohne Kraft auf Gras zu reiten statt zu fressen (Sommerloch, Unterricht, Ausritt mit lustigem Pferd, Back to Business, Manchmal braucht man einen Profi). Die Sache ist die – auch mit dem ‚Judogriff‘ plus Clickern-fürs-Kopf-hoch kann man Liam nicht 100% vom Grasen anhalten, und so probiert er es laufend und ruiniert sich seinen Mund und sein Genick; ich hatte mich damit abgefunden, dass er mir manchmal trotzdem die Zügel aus meinen Händen reißt und ich nie nie nie am langen Zügel über eine Wiese laufen kann. Es war also ein System, das irgendwo tragbar war, aber es war viel Kraft involviert.

Muss ich reiten/Gassigehen? Hier ist die Sache: ich glaube, dass Ausreiten oder Spazierengehen für Liam Lebensqualität und Gesundheit bedeutet: neue Sachen sehen, Bewegen, für die Bewegung mehr Kalorien essen können 🙂 er stiefelt vom Stall (wenn er lungentechnisch fit ist wie jetzt 😀 ) mit Elan weg. Clickern funktinioniert nur auf Flächen, wo nichts wächst, oder mein Leckerli ist unsterblich geil, wie eine Banane. Und die ist nach 1 Minute weggeclickert. Und dann? Wir haben hier keine grasfreien Trainingsmöglichkeiten, und Liam in Satt ist auch Liam in Fett. Und sie haben jeden Tag Weide, und Platz zum Quatsch-machen, und rationiertes Fressen mit möglichst hohem Raufuttergehalt, also durchaus ein ansonsten schönes Leben, finde ich.

Jetzt habe ich allerdings Momo zum Vergleich. Momo wurde nach Parelli erzogen, und man kann ihm am langen Zügel auf eine Wiese stellen, und das Küsschensignal hat ihn effektiv davor gewarnt, zu fressen. Auf die Dauer ist das ein Umgang mit weniger Kraft, der mir zu denken gibt…

Innerhalb ein paar Wochen hatte ich Momo dann ruiniert, und ich war Momo auch am Festhalten und Ziehen, zwar weniger als Liam, aber trotzdem – trotz Clickern, das für andere Sachen echt immer noch das Non plus Ultra ist. Und so hatte ich mich entschieden, die ‚Haumethode‘ (Parelli?) zu probieren… geregelte Steigerung von Strafe, anfangend mit Kussgeräusch. Momo hat keine Sekunde gebraucht, und er war wieder so perfekt erzogen wie zuvor.

Also habe ich mich entschieden, ein paar Wochen diese Erziehung bei Liam zu testen. Und ich fühle mich furchtbar conflicted. Auf der einen Seite hat Liam geschnallt, dass einmal Küsschen ACHTUNG bedeutet, und weite Strecken lang funktioniert das… aber wenn nicht, muss man da volle Lotte draufhauen, bis der Kopf hochkommt. Jedes andere Pferd würde bei so viel Strafe das NIE wieder vergessen oder riskieren, dass das passiert. Also, wenn das Pferd mich nicht runterbuckelt oder durchgeht! Aber irgendwo findet Liam (im Moment), dass dieser Mundvoll Gras es immer noch wert ist (vielleicht weil er denkt, dass dieses mal ich es vielleicht doch nicht mache?).

Ich fühle mich furchtbar, aber ich habe noch immer die Hoffnung, dass, wenn ich ein bisschen länger durchhalte und konsequent bin, es für Liam auf lange Dauer besser sein wird, wenn er eine Grenze gesetzt bekommt, die absolut ist und dann einfach da ist, und ich seltenst bis nie wieder benutzen muss, statt dem dauerhaften Druck und der wischiwaschi-haften Grenze wie bisher.

Liam respektiert den E-Zaun einwandfrei und würde nie riskieren, eine geklatscht zu kriegen für ein Mäulchen Gras, das muss doch auch beim Reiten funktionieren.

Klar, ich versuche diese Entscheidung zu rechtfertigen, aber es ist Zeit zu sagen: nur Clickern hat für uns nur auf einem grasfreien Reitplatz funktioniert. Vielleicht hätte es bei jemand anders schon geklappt mit nur Clickern, aber Fressen ist so ein starker Instinkt bei Liam, den ich kaum beeinflussen kann. Ich brauche jetzt eine Methode, nein zu sagen. Bei Kindern, die ihr Abendessen nicht essen wollen, droht man mit ‚Kein Fernseher‘ etc… und schlägt nicht stattdessen vor, dass sie nur den Löffel in der Hand halten. Das Pferd nur zu Hause zu lassen oder auf eine karge Weide nach Schottland schicken argumentiert an der Realität vorbei… und Momo scheint  im Gelände jetzt auch nicht mehr zu leiden, als ein Pferd hinter einem E-Zaun…

Ich versuche immer noch, alles richtige zu clickern und ein positives Lernklima zu pflegen, wo Liam sich einbringen kann, und Vorschläge machen darf. Aber der Vorschlag Nach-Unten-Roppen-nach-Gras ist ja auch kein Vorschlag von ihm, sondern einfach das Wissen, dass ich die Regeln nicht einhalten kann.

Hoffentlich werden sich hierdurch die Fronten enthärten, sodass ich Stolpern und am-Bein-Kratzen entspannt hinnehmen kann, weil ich weiß: ich habe die Sache unter Kontrolle?

(Auslöser von meinem Crisis of Faith ist 1) ich kann sehen, wie Momo erzogen ist und wieviel Druck das für ihn bedeutet und 2) mit 2 Pferden gleichzeitig reiten, die beide versuchen, Gras zu fressen, geht noch viel weniger… )