Ich und mein ‚Zweitpferd‘

Ich überlege schon seit einigen Tagen darüber, wie schwierig ich es finde, mit meinem Zweitpferd richtig warm zu werden. Ich habe das Gefühl, dass das hier schon fast ein Tabu ist, aber ich empfinde immer noch nach Monaten Momo nicht als mein Pferd.

Dabei ist er für meine Zwecke das ideale Pferd, wirklich! Super schön, super im Gelände, super sozial, Liam und Momo passen klasse zusammen von der Diät her etc. Ich kümmer mich klasse um ihn, und er kriegt alles was er braucht. Ich hätte gedacht, dass ich sofort mich genauso intensiv mit einem zweiten Pferd auseinandersetzen würde.

Aber wenn Liam von der Lunge her kränkelt, und Momo wie ein Flummi durch den Wald hüpft, dann macht mich das, wenn ich ehrlich bin, total traurig (obwohl ich mich ja freuen soll, dass es ihm gut geht!! Weil dieses Pferd hat garantiert kein COPD. Vielleicht RAO im Frühling, aber nicht COPD). Wenn Momo Probleme mit der Haut hat, dann geht es mir gar nicht so nahe, wie wenn Liam kränkelt. Und eventuell (bin mir nicht ganz sicher) bin ich auch schneller genervt, wenn Momo Quatsch macht, als wenn Liam Quatsch macht…

Im Endeffekt hat er seine Reitbeteiligung, und die liebt ihn abgöttisch, und ich habe meine Zweiklassengesellschaft: den einen trage ich auf Händen – den anderen mag ich. Ob Momo das merkt? Also, er findet seine RB richtig toll, und reagiert viel heftiger auf sie als auf mich…. also vielleicht?

Hoffentlich legt sich das irgendwann…

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Liam ist schlecht gelaunt…

…und piesackt Momo ganz gewaltig! Es dreht sich scheinbar gar nicht um Futter, da teilen sie noch ganz okay, sondern Liam ist einfach genervt und meint, ihn permanent zurechtweisen zu müssen. Also überlege ich…

zu wenig Bewegung? Aktuell kriegen sie genug…

zu wenig Bespaßung? Da habe ich massiv zurückgefahren… wenn ich nicht grade am irgendwelche-Baustellen-bei-Momo-Schmieren bin, bin ich am Stall tüfteln… Liam wird geritten und geherzt, aber dieses ausgedehnte Wellness-Programm fehlt schon seit einiger Zeit. Schon lange läuft Putzen auf Hufe und Sattellage hinaus, und Clickern tun wir kaum…

Diagnose: mach mehr schönes mit Liam! ❤ Also habe ich Liam heute aufgedonnert, wir sind ausgeritten, wir haben einen GANZ neuen Weg durchs Wohngebiet genommen, und Liam hat sich mega gefreut 😀 Und die Pferde waren top verkehrssicher 😀

 

Momo fand es heute auch lustig (wenn auch nicht ganz so GEIL wie Liam 😉 ), und ich hoffe sehr, dass ich ihm heute auch indirekt geholfen habe. Momo ist immer noch dabei, Pilzimpfung und Umzug und Gott-weiß-was zu verstoffwechseln und anzukommen, und er soll sich wohlfühlen, und sie sollen zurück in ihre tolle Freundschaft finden! 🙂

 

 

We r back!

Die letzten 4 Wochen mussten die Hottis leiser treten – ich war anderweitig voll eingespannt, und die Pferde wurden geritten und gefüttert und saubergemacht (was ja nicht nichts ist 🙂 ) aber Operation wie-kann-ich-den-Stall-Pimpen war fast totale Nebensache… 😉

Wir haben neue fancy Liegematten geholt, auf denen die Pferde Momo kackt. Tipps wie ich ein strohboxgewöhntes Pferd stubenreiner kriege? Wenn die Pferde die etwas länger getestet haben, und ich es hinkriege, dass sie die Matten so benutzen wie sie sollen, dann schreibe ich einen Erfahrungsbericht 🙂

Heute abend geht hoffentlich dann eine neue Konstruktion an den Start, und den Trail will ich auch winterfit kriegen…

Auf ca 2 m Entfernung sieht es so aus, als ob alles bestens im Ponyland ist – Freundschaft, neues Zeug, Pferde haben eine kleinere Erkältung bestens überstanden dank ACC, den ich dank meines mittlerweile doch wohl nicht so schlechten Gefühls gegeben hatte… Auf jeden Fall laufen sie gut …. 🙂 ABER

Sexy Hautpilz bei Momo. Wurde gestern geimpft, sieht heute schlimmer denn je aus. Dumm auch, dass ich TROTZDEM alles waschen und desinfizieren soll…

 

Ja und nein: Grastraining

Vorneweg: ich RINGE grade mit mir, und was ich mir für meine Pferde wünsche, und was ich pferdegerecht finde. 

Wer in meinem Blog etwas herumgelesen hat, weiß, wie sehr Liam und ich Probleme haben, ohne Kraft auf Gras zu reiten statt zu fressen (Sommerloch, Unterricht, Ausritt mit lustigem Pferd, Back to Business, Manchmal braucht man einen Profi). Die Sache ist die – auch mit dem ‚Judogriff‘ plus Clickern-fürs-Kopf-hoch kann man Liam nicht 100% vom Grasen anhalten, und so probiert er es laufend und ruiniert sich seinen Mund und sein Genick; ich hatte mich damit abgefunden, dass er mir manchmal trotzdem die Zügel aus meinen Händen reißt und ich nie nie nie am langen Zügel über eine Wiese laufen kann. Es war also ein System, das irgendwo tragbar war, aber es war viel Kraft involviert.

Muss ich reiten/Gassigehen? Hier ist die Sache: ich glaube, dass Ausreiten oder Spazierengehen für Liam Lebensqualität und Gesundheit bedeutet: neue Sachen sehen, Bewegen, für die Bewegung mehr Kalorien essen können 🙂 er stiefelt vom Stall (wenn er lungentechnisch fit ist wie jetzt 😀 ) mit Elan weg. Clickern funktinioniert nur auf Flächen, wo nichts wächst, oder mein Leckerli ist unsterblich geil, wie eine Banane. Und die ist nach 1 Minute weggeclickert. Und dann? Wir haben hier keine grasfreien Trainingsmöglichkeiten, und Liam in Satt ist auch Liam in Fett. Und sie haben jeden Tag Weide, und Platz zum Quatsch-machen, und rationiertes Fressen mit möglichst hohem Raufuttergehalt, also durchaus ein ansonsten schönes Leben, finde ich.

Jetzt habe ich allerdings Momo zum Vergleich. Momo wurde nach Parelli erzogen, und man kann ihm am langen Zügel auf eine Wiese stellen, und das Küsschensignal hat ihn effektiv davor gewarnt, zu fressen. Auf die Dauer ist das ein Umgang mit weniger Kraft, der mir zu denken gibt…

Innerhalb ein paar Wochen hatte ich Momo dann ruiniert, und ich war Momo auch am Festhalten und Ziehen, zwar weniger als Liam, aber trotzdem – trotz Clickern, das für andere Sachen echt immer noch das Non plus Ultra ist. Und so hatte ich mich entschieden, die ‚Haumethode‘ (Parelli?) zu probieren… geregelte Steigerung von Strafe, anfangend mit Kussgeräusch. Momo hat keine Sekunde gebraucht, und er war wieder so perfekt erzogen wie zuvor.

Also habe ich mich entschieden, ein paar Wochen diese Erziehung bei Liam zu testen. Und ich fühle mich furchtbar conflicted. Auf der einen Seite hat Liam geschnallt, dass einmal Küsschen ACHTUNG bedeutet, und weite Strecken lang funktioniert das… aber wenn nicht, muss man da volle Lotte draufhauen, bis der Kopf hochkommt. Jedes andere Pferd würde bei so viel Strafe das NIE wieder vergessen oder riskieren, dass das passiert. Also, wenn das Pferd mich nicht runterbuckelt oder durchgeht! Aber irgendwo findet Liam (im Moment), dass dieser Mundvoll Gras es immer noch wert ist (vielleicht weil er denkt, dass dieses mal ich es vielleicht doch nicht mache?).

Ich fühle mich furchtbar, aber ich habe noch immer die Hoffnung, dass, wenn ich ein bisschen länger durchhalte und konsequent bin, es für Liam auf lange Dauer besser sein wird, wenn er eine Grenze gesetzt bekommt, die absolut ist und dann einfach da ist, und ich seltenst bis nie wieder benutzen muss, statt dem dauerhaften Druck und der wischiwaschi-haften Grenze wie bisher.

Liam respektiert den E-Zaun einwandfrei und würde nie riskieren, eine geklatscht zu kriegen für ein Mäulchen Gras, das muss doch auch beim Reiten funktionieren.

Klar, ich versuche diese Entscheidung zu rechtfertigen, aber es ist Zeit zu sagen: nur Clickern hat für uns nur auf einem grasfreien Reitplatz funktioniert. Vielleicht hätte es bei jemand anders schon geklappt mit nur Clickern, aber Fressen ist so ein starker Instinkt bei Liam, den ich kaum beeinflussen kann. Ich brauche jetzt eine Methode, nein zu sagen. Bei Kindern, die ihr Abendessen nicht essen wollen, droht man mit ‚Kein Fernseher‘ etc… und schlägt nicht stattdessen vor, dass sie nur den Löffel in der Hand halten. Das Pferd nur zu Hause zu lassen oder auf eine karge Weide nach Schottland schicken argumentiert an der Realität vorbei… und Momo scheint  im Gelände jetzt auch nicht mehr zu leiden, als ein Pferd hinter einem E-Zaun…

Ich versuche immer noch, alles richtige zu clickern und ein positives Lernklima zu pflegen, wo Liam sich einbringen kann, und Vorschläge machen darf. Aber der Vorschlag Nach-Unten-Roppen-nach-Gras ist ja auch kein Vorschlag von ihm, sondern einfach das Wissen, dass ich die Regeln nicht einhalten kann.

Hoffentlich werden sich hierdurch die Fronten enthärten, sodass ich Stolpern und am-Bein-Kratzen entspannt hinnehmen kann, weil ich weiß: ich habe die Sache unter Kontrolle?

(Auslöser von meinem Crisis of Faith ist 1) ich kann sehen, wie Momo erzogen ist und wieviel Druck das für ihn bedeutet und 2) mit 2 Pferden gleichzeitig reiten, die beide versuchen, Gras zu fressen, geht noch viel weniger… )

 

die ersten 2 Wochen: ein Resume!

Es ist aus persönlichen Gründen still gewesen in diesem Blog, und auch das Pferdeleben muss im Moment in meinem Leben einen Schritt zurücktreten. Ich war und bin immer noch ein bisschen einfach überfordert durch 2 Pferde… ich mache einfach mal eine Liste von den Sachen, die uns in den Kinderschuhen geplagt haben und plagen 😀 :

  • wie bewegt man 2 Pferde, die noch NICHT perfekt harmonisieren? (check! erledigt – wir haben eine REITBETEILIGUNG!!!!! 😀 ) Und das beste: sie will Momo reiten 😀
  • Momo, der noch ein richtiges Portrait braucht 🙂 , war eine zeitlang beim Eincremen und Satteln…. eklig. Das Problem haben wir gelöst 🙂
  • Auch die Mistentsorgung ist jetzt erst seit dieser Woche zufriedenstellend geregelt 🙂
  • Meine automatische Heufütterung ist immer noch nicht fertig und stark von technischen Problemen geplagt – mehr dazu am Sankt-Nimmerleinstag….. 😉
  • Momo braucht SACHEN. Er braucht seine Zähne gemacht, einen neuen Sattel, eine neue Ekzemerdecke (check! erledigt 🙂 ), eventuell Hufschuhe und und und… es tut mir weh, dass ich diese Sachen nicht sofort angehen kann… 😦

    muss aber noch ein bisschen enger genäht werden……

Dann hatten wir 3 kleinere Desaster, die trotzdem echt doof waren:

  • eine Freundin ist von Liam runtergefallen. Es war nicht Liams Schuld und es ist nichts weiter passiert. Es war ein Auto mit Asis vorbeigefahren, und sie haben gebrüllt und gewunken… 😦
  • Momos Reitbeteiligung ist runtergefallen, weil Momo einen Haken geschlagen hat, und dann der baumlose Sattel gerutscht ist. Der Haken war vielleicht nicht so schlimm, und Momo hat sehr vorsichtig darauf reagiert, als er gemerkt hat, dass sie fällt, aber toll war das nicht. Wir brauchen einen neuen Sattel (es hat schon seinen Grund, warum ich baumlos nicht leiden kann) aber für jetzt werden wir ein Antirutschpad ausprobieren, bis sich das Budget verbessert…
  • die Pferde hatten herausgefunden, wie man den Riegel öffnet. Gottseidank sind sie überhaupt nicht weit gelaufen, und hat die Mama von meiner tollen RB beim Gassigehen das bemerkt und mir die Pferde eingefangen ❤ das Problem habe ich aber (glaube ich, ziemlich sicher) gelöst 🙂

Im nächsten Eintrag dann die Sachen die TOLL laufen 😀

 

In which everybody comes through fine

Also, wir sind umgezogen! Es war

Autos obendrüber, und dann auch von hinten. Liam ❤

a) hart. Liam und ich waren 15km weit gewandert um zum neuen Stall zu kommen, plus eine unbekannt lange Ehrenrunde, also der Weg plötzlich durch ein Tor versperrt war…………………… Das waren im Endeffekt 5 Stunden Wandern, und es war hart. Liam war aber so toll, Autobahn- und Zugüberquerung, er hat alles gegeben!!! Feinstes Pony! Ich habe auch alles gegeben.

b) Momo unser Zuwachs musste auf uns warten wegen unserer Verirrung… aber auch er ist gut angekommen… wenn ich mehr über ihn weiß, gibt es ein wunderschönes Prtrait für ihn 🙂

Ich bin fertig. Ich bin so fertig, dass ich fertig gerade eben mit v schreiben wollte! Die Pferde kommen 1a miteinander klar, sie stehen jetzt schon super zufrieden im Paddock, und ich hoffe, dass wir jetzt endlich zur Ruhe kommen!!! Müde sind wir alle!!!

Denn das ist der letzte Punkt: wenn es in diesem Stall nicht klappt, bin ich fertig. Out of ideas. Heute war hart, und ich kann das nicht laufend machen. Daher hoffen wir auf das allerbeste! 😀